Jedem seine persönliche Weißheit!

Oder: Wie man auch im heißesten Sommer nicht auf den perfekten Kaffeegenuss verzichten muss. 

Aaahhhh – wie ich das liebe! In meinen Händen eine dampfende Tasse mit koffeinhaltigem Inhalt, gekrönt von einer dicken Schicht Milchschaum! Hhhmmm – einfach köstlich.

So beginne ich am liebsten und normalerweise meinen Tag. Während draußen die Welt so langsam in die Gänge kommt, wecke ich meine Lebensgeister, genieße die Stille um mich herum und vertiefe mich erstmal in die Neuigkeiten, die ja am Morgen danach eigentlich keine mehr sind. Trotzdem. Dieses Ritual ist, bis auf wenige Ausnahmen, mein Start in jeden neuen Tag.

Ausnahmen? Nun ja, am Sonntag wirft niemand eine Zeitung in den Postkasten, sieht man mal von den leidigen Werbeprospekten ab. Aber es geht ja notfalls auch ohne Buchstabensalat. Nur Koffeinhaltiges hätte ich gerne. Maltesische Sommertemperaturen sind aber leider nur bedingt geeignet, mit einem heißen Kaffee den Tag zu beginnen und waren häufig genug Grund für lange Auszeiten von dieser Gewohnheit.

Bis die Frage „Warum eigentlich?“ soweit in den Mittelpunkt rückte, dass sie nicht mehr zu ignorieren war.

Ja – warum eigentlich? Einfache Antwort! Wer trinkt schon gerne bei frühmorgendlichen 29°C ein heißes Getränk? Egal ob im Schatten oder nicht. Mir jedenfalls war mein geliebter Milchkaffee schlichtweg übertemperiert. Aber so ganz ohne? Trotz Zeitung am Sonntag nur ein misslicher Beginn für einen neuen Tag.

Was also tun? Das köstliche Gemisch einfach lauwarm trinken? Eine Erfahrung, die es sich nicht zu machen lohnt. Was anderes trinken? Na gut, Wasser ist ja immer eine prima Sache im Sommer, aber meine Lebensgeister fanden das alles andere als anregend genug, um wirklich wach zu werden.

Nach einigen Überlegungen haben wir dann eine Versuchsreihe gestartet. Kaffee gekocht, ihn kalt gestellt und mit verschiedenen „Häubchen“ getestet.

Geschmacklich galt es einige Eckpunkte einzuhalten. Zum einen musste das Ergebnis „trinkbar“ bleiben, also weder zu stark noch zu schwach sein. Bitter sollte es auch nicht werden und das „Häubchen“ sollte da sein.

Sahne erwies sich dafür zur grossen Überraschung als ungeeignet. Zu schwer, vom Geschmack her viel zu fettig. Gut für einen Kaffee zum Kuchen, aber nicht für den Beginn eines neuen Tages. Heißer Milchschaum war eine weitere Möglichkeit, auf dem kalten Kaffee fiel er aber häufig in sich zusammen und überhaupt – das „heiße“ am Kaffee wollten wir ja abschaffen.

Blieb also fast nur noch eine Möglichkeit, der dann am Ende das „Häubchen“ gerne geopfert wurde: kalte Milch in den kalten Kaffee. Was so einfach klingt, hat uns trotzdem nochmals mehrere Testtage beschert, bis wir das optimale Ergebnis hatten.

Wie's geht? Eigentlich ist es wie bei vielen guten Sachen ziemlich einfach.
Zunächst mal kocht man einen starken Kaffee, ungefähr die 1½-fache Kaffeemenge auf die gewohnte Wassermenge. Und weil starker Kaffee nach dem Erkalten meistens bitterer schmeckt als warm, sollte man ihn süßen, auch wenn man es sonst nicht macht. Der Zucker kommt gleich in den frisch gekochten Kaffee (etwa ½ – 1 TL mehr als gewöhnlich pro Tasse, das ist einfach Geschmackssache) und nach dem Auskühlen ab damit in den Kühlschrank. Am besten über Nacht, denn damit er richtig gut wird, sollte der Kaffee wirklich eiskalt sein. Und dann eben soviel Milch hinein, wie man persönlich mag.

 

eiskalter Milchkaffee

Jedem seine eigene Weißheit eben ;)


Wie's schmeckt? Wenn man mal das perfekte Mischungsverhältnis für sich persönlich gefunden hat – erstaunlicherweise wie richtig guter Eiskaffee. Schön kühl bei hohen Lufttemperaturen, Zucker und Milch sorgen für einen harmonischen Geschmack – und schon kann mein Tag wieder starten wie gewohnt: mit einer Tasse leckerer Weißheit, die Welt draußen kommt langsam in die Gänge, ich wecke meine Lebensgeister und überhaupt – Sommer ist meine liebste Jahreszeit, egal wie warm es wird

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Hört sich an wie eine Eiskaffee-Variante.

Selbst in der glühenden Mittagshitze : heißen Kaffee!

Bernie

aus dem Text: "Wenn man mal das perfekte Mischungsverhältnis für sich persönlich gefunden hat – erstaunlicherweise wie richtig guter Eiskaffee."

Du liegst mit Deiner Vermutung also richtig, Bernie. Und hast meine Hochachtung bezüglich des heißen Kaffees in glühender Mittagshitze!

LG, Veronika

Schönes Rezept, sehr lecker - morgens muss jedoch vor wie nach heißer Kaffee auf den Tisch.
Gut gefallen mir auf dem Foto die Kaktusfeigen, sehr authentisch!

LG, Sigrid