Berufsschüler vertiefen Kontakte auf Malta

Marburg (gs) - Zum 4. Mal führte eine Berufsschulklasse der Kaufmännischen Schulen der Universitätsstadt Marburg eine Studienfahrt nach Malta durch, diesmal eine Klasse mit Auszubildenden der verschiedenen IT-Berufe. Die Schule unterhält seit 1999 Kontakte auf die Mittelmeerinsel, die durch die Lehrkräfte Marcus Ghiai und Siegfried Groß ausgebaut und vertieft werden konnten.

Umfangreiches Programm

Das umfangreiche Programm umfasste einen Besuch an der University of Malta in Msida. Die Presse- und Öffentlichkeitsreferentin der Universität, Angela Xuereb, informierte die Berufsschüler bei einem Rundgang über das Uni-Gelände über die verschiedenen Einrichtungen der einzigen maltesischen Universität mit rund 8.000 Studierenden in zehn Fachbereichen. Zehn Prozent der Studierenden kommen aus dem Ausland. Der Leiter des Departments of Communications und Computer Engineering, Prof.-Ing. Paul Micallef, und der Leiter des Departments of Computer Science and Artificial Intelligence, Michael Rosner, gaben den Besuchern einen Überblick über die Ausbildungsmöglichkeiten für Studierende im Elektroingenieurwesen und im IT-Bereich.

Die Klasse 11 IT 01 mit den Lehrkräften Marcus Ghiai (hintere Reihe links)
und Siegfried Groß (vordere Reihe, Mitte) in den Räumen der Firma Crimsonwing Malta Ltd.

Desweiteren führte die Gruppe zwei Betriebsbesichtigungen durch. In Marsa besuchten die Auszubildenden die Niederlassung der britischen Firma Crimsonwing Ltd., die in ihrer maltesischen Niederlassung Softwarelösungen für namhafte Unternehmen anbietet. Lara Strickland, Öffentlichkeitsreferentin der Firma, und einige ihrer Kollegen informierten die Klasse über die Angebotspalette des Softwaredienstleisters und zeigten die Arbeitsweise des Unternehmens. Ziel der zweiten Betriebsbesichtigung in Paola war die Firma Infratec-pro Ltd., die maltesische Tochtergesellschaft der deutschen Firma Infratec-pro aus Bensheim. Dieses Unternehmen baut Platinen und Konsolen für elektronische Steuerungseinrichtungen und Netzwerklösungen. Während einer Führung mit General Manager Pierre Hili konnte die Gruppe den gesamten Produktionsprozess verfolgen.

Zwei weitere Besuche führten die Auszubildenden zu verschiedenen Abteilungen des MCAST, des „Malta College of Arts, Science and Technology" in Paola. Das „Institute of Business and Commerce" und das „Information and Communication Technology Institute" bilden in Vollzeitform Nachwuchskräfte für Wirtschaft und Verwaltung sowie für den IT-Bereich aus. Maltesische und deutsche Schüler stellten in verschiedenen Präsentationen in englischer Sprache ihre Ausbildung und das jeweilige Schulsystem vor. In einer Diskussionsrunde hatten die Schüler Gelegenheit, sich über ihre gegenseitigen Erfahrungen auszutauschen.

In einer Vortragsveranstaltung, die im „German-Maltese Circle" in Valletta stattfand, referierte Frau Dr. Stefanie Anzinger von der Malta Development Corporation über den „Wirtschaftsstandort Malta". Mittlerweile engagieren sich über 300 ausländische Firmen - darunter zahlreiche Unternehmen aus Deutschland - auf der Mittelmeerinsel, die zu den EU-Beitrittskandidaten zählt und der Europäischen Union ab 2004 angehören möchte.

Malta hat sich in den letzten Jahren aufgrund seiner stategischen Lage im Mittelmeer und seiner traditionell guten Beziehungen zu Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten zu einem Finanzdienstleistungs- und Softwarezentrum entwickelt.

Um Land und Leute kennen zu lernen, erkundete die Berufsschulklasse ihren Aufenthaltsort St. Julian's und die maltesische Hauptstadt Valletta, wo verschiedene Museen und andere Sehenswürdigkeiten besucht wurden. Ein Tagesausflug führte nach Mosta (dort befindet sich ein Dom mit der drittgrößten freitragenden Kuppel Europas), in die alte Hauptstadt Mdina, zu den Dingli Cliffs, an denen die Steilküste über 200 m tief ins Meer hinabfällt, zur „Blauen Grotte" und zu dem malerischen Fischerdorf Marsaxlokk. Eine Hafenrundfahrt entlang der Hauptstadt Valletta mit dem größten Naturhafen im Mittelmeerraum und den drei Städten Senglea, Cospicua und Vittoriosa rundete das Programm ab.

Von Siegfried Groß, 2002 (Erstveröffentlichung)
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