Die Republik Malta von A bis Z

   

Staatsname

Repubblika Ta´ Malta - Republic of Malta - Republik Malta; Abkürzung MT

Flagge

weiß - rot, Georgskreuz (rot umrandet) in der oberen linken Ecke des weißen Feldes. (Das Georgskreuz wurde dem Maltesischen Volk am 15.04.1942 vom britischen König Georg VI. verliehen - als Anerkennung für seine Tapferkeit während der deutschen und italienischen Fliegerangriffe im 2. Weltkrieg.)

Nationalhymne

"L-Innu Malti" ist seit 1945 offzielle Nationalhymne Maltas

Geschichte

Noch heute zeugen 7.000 Jahre alte Tempelanlagen, imposante Stätten der Römer und Phönizier, aber auch die Paläste der Großmeister des Johanniterordens von der großen Bedeutung und Geschichte Maltas.

Geographie

Malta: Länge 27 km (vom südöstlichsten bis zum nordwestlichsten Punkt), Breite 14,5 km in ostwestlicher Richtung; Fläche: 246 km² (Alle Inseln: Gesamtfläche 315,6 km², Küstenlänge: 137 km)
Gozo: Länge 14,5 km (in Nord-Süd-Richtung); Breite 7,2 km (in ostwestlicher Richtung); Fläche 67 km²; Küstenlänge: 43 km
Comino: Länge 2,5 km, Breite 3 km; Fläche 2,7 km²
Weitere Inseln: Cominotto, Filfla, St. Paul´s Islands; alle unbewohnt; Filfla - ca. 5 km vor Ghar Lapsi - steht seit 1988 unter Naturschutz (Vogelschutzgebiet)

Malta-Karten

   

   

Zentrale Lage im Mittelmeer:
- Koordinaten: 14°O/35°-36°N
  (Valletta: 14,32°O/35,54°N)

Entfernungen:
- nach Sizilien im Norden 93 km
- nach Tunesien im Süden 290 km
- bis Gibraltar und zum Libanon jeweils 1.800 km.

Malta
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Malta
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Landschaft

Auch wenn die relative Nähe zum Ätna einen vulkanischen Ursprung vermuten lassen könnte: Malta gehört geographisch zum europäischen Festlandsockel. Die Inseln bestehen überwiegend aus sedimentären Kalkstein-Schichten. Unter der obersten, harten Schicht liegt der leicht abbaubare Globigerinenkalk, welcher als wichtigster Baustoff auf den Inseln den Häusern ihre typische gelbe Farbe verleiht.

Malta: Von Ost nach West steigt die Insel sanft an bis zu einer Höhe von 257m (Bingemma Heights bei Nadur; auch das Gebiet um Dingli und Rabat/Mdina liegt vergleichbar hoch). Ausgeprägte Berge existieren nicht, dafür aber über 200 m hohe, steil abfallende Klippen (Dingli-Cliffs). Es gibt auch keine Flüsse oder gar Seen, dafür viele Bachbetten (maltes.: ´wied´), die nur während der Regenzeit Wasser führen. Die Inseln sind mit einer dünnen, jedoch teils sehr fruchtbaren, Humusschicht bedeckt, die vor allem auf Gozo intensiv landwirtschaftlich genutzt wird. Aufgrund des praktisch nicht vorhandenen Baumbewuchses sind die Böden stark erosionsgefährdet. Dies ist mit ein Grund für die teils mannshohen Steinwälle, welche die Inseln kreuz und quer überziehen.
Im NO und SO finden sich tief eingeschnittene Küsten mit Naturhäfen; im S und SW steile, unzugängliche Küsten; Sandstrände gibt es bis auf einige Ausnahmen nicht.

   
Klima

Subtropisches Mittelmeerklima; trockene, heiße Sommer und milde, aber nur mäßig feuchte Winter.
Jahresdurchschnittstemperatur 19° C; der August ist mit 26° C der wärmste, der Januar mit 15° C der kälteste Monat. Die mittlere Jahresniederschlagsmenge beträgt ca. 600 mm. Feuchtester Monat ist mit ca. 125 mm Niederschlag der Oktober.

Fauna

Sehr artenarme Tierwelt; weder giftige noch gefährliche Tiere. Die größten freilebenden Säugetiere sind Wildkaninchen und Igel, aber auch Wiesel und Fledermäuse. Häufig zu sehen sind aber nur Eidechsen, Mauergeckos und Chamäleons. Im Frühjahr (März-Mai) und Herbst (Oktober/November) Scharen von Zugvögeln, die allerdings von den Maltesern gnadenlos gejagt werden (Volkssport; man schätzt, daß jährlich über 1 Mio. Vögel abgeschossen oder in Fallen gefangen werden).
Nutztiere: Ziegen, Schafe und Kühe, die in unauffälligen Stallungen gehalten werden.

Flora

Artenarme Pflanzenwelt; vorwiegend Macchia (Busch-"Wald": immergrüne Gewächse, wie Rosmarin, Mastixsträucher oder Heidekraut; außerdem Wolfsmilch- und Zwiebelgewächse, die die Trockenheit gut überstehen); im Frühjahr sehr viele prächtig blühende Feldblumen (rot-, gelb- und blaublühender Inkarnatklee,  Klatschmohn, ca. 15 Orchideen-Arten) und Kräuter (Fenchel, Pfefferminze, Thymian). Auffällige Bestände von riesigen Agaven und Opuntien (Feigenkakteen).
Außer in den Buskett Gardens praktisch kein Baumbestand. In den letzten Jahren wurden aber von Regierung, Umweltorganisationen und Privatpersonen einige Aufforstungsprojekte initiiert (Akazien, Palmen, Eukalyptus - alles keine einheimischen Arten - v.a. zur Auflockerung von Straßen und Strandpromenaden; außerdem Pflanzung von Olivenbäumen, Mittelmeereichen und Aleppo-Kiefern als einheimische Arten, um mittelfristig wieder kleine Wäldchen anzulegen).

Bevölkerung

Überwiegend Malteser (Nachkommen von Italienern, Arabern und anderen Mittelmeervölkern; britische Minderheit)
Einwohnerzahl: 377.177, davon rund 26.000 auf Gozo; auf Comino weniger als 10; 7.200 Einw. anderer Nationalitäten (meist Briten); Bevölkerungsdichte: 1.178 Einw./km², somit das dichtbevölkertste Land Europas, dritthöchste Bevölkerungsdichte der Welt
83 % der Bevölkerung leben in Städten (Stand: 1997)

Malta: Hauptstadt: Valletta (knapp 10.000 Einw.); die größten Städte sind Birkirkara (meist B´kara geschrieben, 21.000 Einw.), Qormi (20.000 Einw.), Hamrun (14.000 Einw.), Sliema und Rabat (je 13.000 Einw.)

Gozo:
Hauptstadt: Victoria (ca. 6.500 Einw.); Nadur (3.700 Einw.), Xaghra (3.500 Einw.), Xewkija (3.100 Einw.), Ghajnsielem (2.100 Einw.)

Comino:
Offiziell ca. 2 permanente Bewohner (Pächter-Ehepaar der Hotelanlage) sowie ein oder zwei Polizisten; ´noch´ mehr leben als Touristen während der Saison in der Hotelanlage ;-)

Sprache

Die offiziellen Amtssprachen Maltesisch ("Malti") und Englisch werden praktisch von der gesamten Bevölkerung gesprochen; viele Malteser beherrschen außerdem Italienisch.
Maltesisch ist ein arabischer Dialekt (und die weltweit einzige phönizische Sprache, die lateinische Buchstaben verwendet). Starker Einfluß der italienischen, aber auch der englischen, französischen und spanischen Sprache.
Das maltesische Alphabet verfügt über 29 Buchstaben (5 Vokale, 24 Konsonanten). Das ´y´ ist unbekannt, dafür gibt es z.B. das durchgestrichene h, sowie die mit einem Punkt versehenen Buchstaben ´c´, ´g´ und ´z´.

Religion Römisch-Katholisch (99% der Bev.); jüdische Minderheit. Malta ist selbständiges Bistum. ^
Feiertage 31. März (Tag der Freiheit), 21. September (Unabhängigkeitstag), 13. Dezember (Tag der Republik)
Regierung Unabhängige Republik; parlamentarische Demokratie. Politisch unabhängig von Großbritannien seit 21.09.1964 (Nationalfeiertag). Bis 1974 war Malta konstitutionelle Monarchie mit Königin Elisabeth II. als maltesischer Königin und einem Generalgouverneur als Vertreter. Republik im Commonwealth seit 13.12.1974. Regierungs-Partei seit September 1998: PN (Nationalist Party: 51,8% (1998), 47,8% (1996), 51,8%(1992)
Opposition: MLP (Malta Labour Party: 47,0% (1998), 50,7% (1996), 46,5% (1992)
Sonstige Parteien: AD (Alternattiva Demokratika, 1998: 1,2%; 1996: 1,5%)
Parlament mit normalerweise 65 Sitzen, ggf. Ausgleichsmandate; Wahlen finden alle 5 Jahre statt (1998 vorgezogene Neuwahlen).
Premier-Minister: Eduard Fenech Adami (PN)
Währung Währungseinheit ist die maltesische Lira (Mehrzahl: Liri), auch als maltesisches Pfund bezeichnet.
Der offizielle Währungscode lautet MTL; verwendet wird in der Praxis jedoch oft die Abkürzung Lm. Umrechnungskurs: EUR 1 = MTL 0,4293. Trotz EU-Beitritt Maltas wurde der EURO noch nicht eingeführt.
Elektrizität 230V Wechselstrom, 50Hz
220V-Geräte können problemlos genutzt werden; häufig benötigen Sie noch einen Dreifachstecker (wie in GB)
Zeit MEZ bzw. GMT+1 Stunde, also keine Zeitverschiebung gegenüber Deutschland; Sommer- und Winterzeit ebenfalls zeitgleich mit Deutschland
Wirtschaft Malta ist zwar eine Inselrepublik, der Fischfang ist jedoch recht unbedeutend. Aufgrund fehlender Rohstoffe unterstützt die Regierung haupsächlich den Tourismus-Sektor und die Produktion von Exportgütern. Erste Bemühungen, Malta als Offshore-Finanzzentrum zu etablieren, sind ebenfalls sichtbar. 1992 wurde eine Börse eröffnet.
Es bestehen enge Handelsbeziehungen zu Libyen. Größter Handelspartner ist Italien, gefolgt von Deutschland und Großbritannien.
Geschäftszeiten Die offiziellen Büro- & Geschäftszeiten lauten:
Mo. - Fr. 8:30h - 12:45h und 14:30h - 17:30h; So. 8:30 - 12:00h
Kleinere Büros schließen häufig zwischen 13:00h und 16:00. In der Praxis kann es aber auch völlig anders sein: Shopping in den Touristenzentren ist durchaus auch abends noch um kurz vor 20:00h möglich.
Export Elektronische Produkte (Halbleiter), Halbfertigprodukte, Kunststoffe & Textilien, Spielwaren (Playmobil); aber auch Weizen, Gerste, Kartoffeln, Obst und Gemüse
Import Maschinen, elektronische Produkte, Energie (Erdöl aus Libyen), Autos, Boote, Flugzeuge
Handelspartner Italien, Bundesrepublik Deutschland, Großbritannien, USA
Flughafen Luqa International Airport (Malta) für alle Charter- und Linienflüge (ca. 5 km nach Valletta); Kürzel: MLA
Helikopter landen außerdem auf dem Xewkija Heliport Terminal (Gozo) ^
Seehäfen Grand Harbour, Valletta (Malta) - einer der weltweit größten Naturhäfen
Freeport, Kalafrana (Malta) - international genutzte Container-Terminals
Seaport, Mgarr (Gozo)
Auf Malta wurden 1998 ca. 850.000 Container verladen - Zum Vergleich: in Gioiai Tauro (Süditalien), dem größten Containerhafen Südeuropas: 2.2 Mio.; Algeciras: 1,7 Mio.
EU-Erweiterung Malta ist seit dem 01.05.2004 Mitglied der Europäischen Union; der Beitrittsvertrag wurde am 16.04.2003 unterzeichnet.

Erstmaliger Antrag auf Aufnahme Maltas in die EU am 16.07.1990. Positiver Zwischenbericht der EU Kommission zum 30.06.1993, mehrmals bestätigt (u.a. 1996, Florenz). Nach dem Wahlsieg der Labour Party am 26. Okt. 1996 und damit verbundenem Regierungswechsel wurden alle Beitrittsverhandlungen eingefroren. Unmittelbar nach erneutem Regierungswechsel bei vorgezogenen Neuwahlen 1998 drückte Malta mit Schreiben vom 10. Sept. an die Kommission erneut seinen Wunsch zur Wiederaufnahme der Beitrittsverhandlungen aus.



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