Vallettas Untergrund

Eigentlich sollte nur erkundet werden, ob sich St. George's Square in Maltas Hauptstadt Valletta für ein unterirdisches Parkdeck eignet. Am 24. Februar 2009 stießen Bauarbeiter bei entsprechenden Erkundungen in Valletta auf einen Tunnel. Nun blühen die Gerüchte!

St. George's Square liegt genau gegenüber des Eingangs zum Großmeisterpalast.
Dieser beherbergt heute das maltesische Parlament sowie das Büro des Präsidenten.
Bauarbeiter machten sich Ende Februar 2009 in einem Raum zu schaffen, der von der maltesischen Water Services Corporation genutzt wurde. Am 24. Februar durchbrachen sie dort eine Wand.
Nach Beseitigung der Trümmer stießen sie auf einen mannshohen unterirdischen Tunnel, der weitere Abzweigungen aufweist. Historiker schätzen die Entstehung dieser unterirdischen Passagen
auf’s Ende des 16. Jahrhunderts, als die Johanniterritter Malta gegen muslimische Angreifer verteidigten.

Nun blühen die Gerüchte!
Die einen vermuten, der Orden von St. John habe in historischer Zeit viele Tunnel für ein weit verzweigtes Wassersystem gegraben.
Tatsache ist, daß auf dem St. George’s Square einst ein prachtvoller Brunnen stand, der von einer dieser Leitungen gespeist worden sein könnte.
Fest steht auch, daß die Johanniter Tunnel für Abwässer bauten, die sie strikt von der Wasserversorgung trennten.
Andere vermuten spezielle unterirdische Transportwege des Johanniterordens. Schließlich gab es Ende des 19. Jahrhunderts mit der – leider nur kurzen – Einführung der Eisenbahn auch für eben diese einen Tunnel vom Vorort Floriana zum Opernhaus in Valletta.
Für diese These spricht, daß einige Abzweigungen direkt zum Palast zu führen scheinen.

Die kühnsten Vermutungen unterstellen gar eine eigenständige unterirdische Stadt!

Architekten allerdings fanden bislang keine Nachweise – egal, für welches dieser Gerüchte!

Der Trost:
Mit weiterer Exploration der Tunnel öffnen sich neue Besichtigungsmöglichkeiten – und damit auch neue Einnahmequellen!